Mietrecht: Barkaution des Mieters + Bürgschaft eines Dritten zulässig

Eine über die mietvertraglich vereinbarte Kaution von 2 Monatskaltmieten hinaus vereinbarte Mietbürgschaft eines Dritten in Höhe von 8 Monatskaltmieten ist wirksam, sofern die Bürgschaft in einer gesonderten Bürgschaftsurkunde vereinbart wird. Dabei kommt es nicht darauf an, ob der Bürge die Bürgschaft von sich aus angeboten oder die Vermieterin sie verlangt hat (s. AG Saarbrücken, Urteil vom 28. 05.2015, 120 C 51 / 15).

Im Fall des Amtsgericht Saarbrücken nahm die Klägerin (Vermieterin) den Beklagten aus einer Bürgschaft in Anspruch, die dieser zur Sicherung der Ansprüche der Klägerin aus einem Mietvertrag gegeben hat. Mietvertraglich war eine Sicherheitsleistung in Höhe von 2 Monatskaltmieten vereinbart, die der Mieter leistete. Die Bürgschaft des Beklagten war auf einen Höchstbetrag von 8 Monatskaltmieten (2.520 €) begrenzt und in einem gesonderten Schreiben vereinbart. Als die Mietzahlungen ausblieben, nahm die Klägerin den Beklagten aus der Bürgschaft in Anspruch. Mit Erfolg. Die Klägerin durfte den Beklagten als Bürgen auf Zahlung der Mietrückstände in Anspruch nehmen. Die Verteidigung des Beklagten, die Klägerin sei durch die zusätzliche Bürgschaft neben der Mietkaution übersichert, hatte keinen Erfolg.

Die Entscheidung des Amtsgericht Saarbrücken überzeugt. Eine auf maximal 3 Monatsmieten begrenzte Mietsicherheit stellt häufig kein hinreichendes Sicherungsmittel für Vermieter dar, zumal zahlreiche Mieter bei einem nahenden Auszug die letzten Monatsmieten nicht zahlen. Dem Vermieter wurde zu Recht ein weiteres Sicherungsmittel an die Hand gegeben.

Quelle: Amtsgericht Saarbrücken, Urteil vom 28.05.2015, 120 C 51/ 15

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Rechtsanwältin Christine Melle
Fachanwältin für Miet- und Wohnungseigentumsrecht